Rotlichtverstöße im Straßenverkehr

Zeigt die Ampel rot, muss der Kraftfahrer vor der Kreuzung anhalten. Wer sich daran nicht hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. So weit, so klar. Wie so oft, liegt der Teufel im Detail. So ist z.B. die Dauer der Gelbphase von großer Bedeutung. Die übliche Gelblichtdauer ist abhängig von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (bis 50 km/h = drei Sekunden, bis 60 km/h = vier Sekunden, bis 70 km/h = 5 Sekunden. Der sog. Phasenplan kann also darüber entscheiden, ob der Betroffene tatsächlich wegen eines qualifizierten Rotlichtverstoßes, der ein Regelfahrverbot zur Folge hat, zu verurteilen ist, oder wegen eines einfachen Rotlichtverstoßes. Wie das Wort „Regelfahrverbot“ schon vermuten lässt, gibt es natürlich auch Ausnahmen.

Der Verteidiger wird bei Rotlichtverstößen erst einmal prüfen, ob überhaupt ein Rotlichtverstoß vorlag, der Kraftfahrer z.B. noch gar nicht in den Kreuzungsbereich eingefahren war, ob die Gelbphasenlänge evtl. nicht ausreichend war, oder ob möglicherweise der Fall Besonderheiten aufweist, die den Rotlichtverstoß in einem milderen Licht erscheinen lassen, ihn möglicherweise sogar rechtfertigen.

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